Allgemeine Geschäftsbedingungen für Swiss Sailing Club (SSC)-Törns

1 Grundsätzliches

  1. SSC – Törns sind Fahrten auf Segel – oder Motoryachten, die im Sinne von Art. 3 der Vereinsstatuten der Förderung des Yachtsports auf See und der Aus – und Weiterbildung von qualifizierten Yachtsportlern dienen.
  2. Die Teilnehmer eines SSC – Törns sind Aktivmitglieder des SSC . Sie bilden eine einfache Gesellschaft (hiernach Crew genannt) nach schweizerischem Recht im Sinne von OR Art. 530 ff. mit dem Zweck der Durchführung eines bestimmten SSC – Törns. Die Geschäftsführung ist dem Skipper übertragen.
  3. Der Mitsegler nimmt aktiv an dem Segeltörn teil. Der Mitsegler hat sich über eventuelle Risiken die solch eine Segeltörn mit sich bringen kann informiert.

2 Das Schiff

  1. Der Skipper stellt im Auftrag des SSC der Crew für die Dauer des Törns das in der Ausschreibung genannte Schiff zur Verfügung. Sollte dieses Schiff aus Gründen die der Skipper oder der SSC nicht zu vertreten hat nicht zur Verfügung stehen, kann der Skipper oder der SSC ersatzweise ein anderes geeignetes Schiff zur Verfügung stellen.
  2. Der Skipper sorgt im Auftrag des SSC für einen ordentlichen und sicheren Gebrauchszustand des Schiffes und seiner Ausrüstung.

3 Die Schiffsführung

  1. Der SSC beauftragt einen qualifizierten Skipper mit der durchführen der Törns.
  2. Der Skipper ist für die Führung des Schiffes verantwortlich. Er nimmt die Pflichten und Rechte eines Schiffsführers gemäss schweizerischer Gesetzgebung war.

4 Die Crew

  1. Die Crew steht unter der Führung des Skipper. Die Crew verpflichtet sich zur Einhaltung der Anordnungen des Skipper.
  2. Die Crew hat Anspruch auf eine Koje pro Person und die gemeinsame Benützung der übrigen Teile und Ausrüstung des Schiffes.
  3. Die Crew beteiligt sich in der Regel an allen anfallenden Arbeiten ( Manöver , Steuern, Segelbedienung , Navigation, Haushaltführung, Reinigung und Unterhalt des Schiffes). Der Skipper erlässt die notwendigen Weisungen und berücksichtigt dabei soweit möglich Vorkenntnisse und besondere Fähigkeiten und Interessen der einzelnen Personen.
  4. die Crew ist verpflichtet, das Schiff und seine Ausrüstungen sorgfältig und sachgemäss zu behandeln und zu verwenden.
  5. Alle Teilnehmer erhalten nach dem Törn auf Wunsch eine Fahrtennachweis. Gemäss Hochseeausweis – Verordnung bestätigt der Skipper mit seiner Unterschrift auf dem Fahrtennachweis die zurückgelegten Distanzen sowie die Mitwirkung an Navigation und Manövern der einzelnen Teilnehmer.

5 Törnplanung und Törnverlauf

  1. Die Törnplanung wird vom Skipper erarbeitet unter Berücksichtigung der herrschenden Wind und Wetterverhältnisse, der örtlichen Gegebenheiten sowie, wenn möglich, den Interessen und Wünsch der gesamten Crew.
  2. Integrale Bestandteile des Törns sind in jedem Fall die Sicherheitsinstruktionen sowie der Unterhalt des Schiffes und die Ausführung notwendiger Reparaturen, auch wenn dadurch die Zahl der theoretisch möglichen Tage mit Seefahrt reduziert wird .
  3. Der Skipper kann mit der Crew übereinkommen, die Törnplanung zu verändern, sofern diese Änderungen innerhalb des Gesamtrahmens sinnvoll und realisierbar bleiben. Anpassungen der Törnplanung an herrschende Wind – , See – und Wetterverhältnisse, an den Zustand von Schiff und Crew bleiben jederzeit vorbehalten. Die Sicherheit für Crew und Schiff hat oberste Priorität.
  4. Ziel jedes Törns ist es, den geplanten Zielort sicher und rechtzeitig zu erreichen und der Nachfolgecrew ein Schiff zu übergeben, das funktionstüchtig, sauber gereinigt und korrekt unterhalten ist.
  5. Die Erreichung dieses Ziels kann Änderungen in der Törnplanung (Kürzungen, zusätzliche Etappen, Anlaufen bestimmter Häfen usw.) oder andere geeignete Massnahmen bedingen, die von der Crew zu akzeptieren sind und nicht zu irgendwelchen Forderungen an den Skipper oder den SSC berechtigen.
  6. Spezielle Wünsche sind mind. 4 Wochen vor Törnbeginn schriftlich (z.B. per E-Mail o.ä.) zu kommunizieren.
    Vegetarier/ Vegetarierinnen und Veganer / Veganerinnen sind sich bewusst , dass es auf einem Schiff nicht ganz einfach ist diese Wünsche zu berücksichtigen und müssen sich im Vorfeld schriftlich (z.B. per E-Mail o.ä.) mit uns in Verbindung setzen, um eventuelle Absprachen zu treffen.

6 Überführungstörns & Meilentörns

  • Dieses sind Törns, bei welchen Startort und Zieldestination nicht immer identisch sind. Dabei gibt es, je nach Strecke und Windverhältnissen, mind. 1 Nachtüberfahrt. Dies Nachtfahrten können aber auch mehrere Tage dauern.
  • Zielsetzung ist dabei, die Yacht rechtzeitig an den Ankunftsort zu bringen. Solange dies unter Segel zu erreichen ist, wird gesegelt. Bei Schwachwind (oder gar Windstille) muss mit Rücksicht auf die zur Verfügung stehende Zeit auch unter Maschine gefahren werden.
  • Alle Teilnehmer werden in den Wachplan eingebunden und sind an der Schiffs- und Logbuchführung sowie an der Navigation und beim Rudergehen beteiligt. Die zurückgelegten Seemeilen werden bei entsprechender Beteiligung am Bordleben bestätigt.

7 Ferien & Schnuppertörns

  • Bei diesen Törns werden im Normalfall keine Nachtfahrten gemacht.
  • Wenn der Wind erst am späteren Vormittag aufkommt ( z.B. Thermische Winde ) , erfolgt der Start zu dem bestmöglichen Zeitpunkt. Dies kann, je nach Revier, durchaus bis zur Mittagszeit dauern. Es kann sein, dass der Mitsegler sich an mehreren Manövern, wie Wenden, Halsen, Segeln mit Genua, Fock, Vorwind- und Amwindkurse, Grosssegel rauf und runter, Ankern etc. beteiligen muss.
  • Es wird kein Wachplan erstellt, jeder Mitsegler darf Rudergehen und es kann Zeit für Baden, Landausflüge, Schnorcheln und Relaxen eingeplant werden. Die befahrenen Meilen werden bei entsprechender Beteiligung am Bordleben bestätigt.

8 Für alle Törns gilt

  • Es kann vorkommen das das Schiff bedingt durch Wetterereignisse oder Schäden am Schiff entweder den Starthafen nicht gemäss den Angaben im Törnplan oder wie oben angegeben verlassen oder den Zielhafen nicht entsprechend erreichen kann. Dies muss jedem Mitsegler bewusst sein.
  • Jeder Mitsegler solltet nach Möglichkeit ein bis zwei Tage Pufferzeit einplanen. Es kann auch vorkommen, dass der Mitsegler vom geplanten Start- oder Zielhafen zu einem anderen Start- oder Zielhafen reisen muss. Eventuell daraus entstehende Kosten sind vom Mitsegler zu tragen.
  • Weder der SSC noch der zu diesem Zeitpunkt verantwortliche Skipper können für daraus entstehende Kosten haftbar gemacht werden.

9 Pflichten der Teilnehmer

  • Der Mitsegler versichert das er gesund ist, schwimmen kann, sich über allgemeine Risiken des Segelsports informiert hat. Er bestätigt, das er an dem Segeltörn auf eigene Gefahr teilnimmt.
  • Der Mitsegler organisiert und finanziert seine An- und Abreise für den obgenannten Törnabschnitt selbst.
  • Der Mitsegler folgen während des obgenannten Törns den Weisungen des zu diesem Zeitpunkt verantwortlichen Skippers.
  • Der SSC kann diese Vereinbarung ohne Einhaltung einer Frist sofort aufheben wenn der/die Mitsegler den Anweisungen des zu diesem Zeitpunkt verantwortlichen Skippers nicht folge leisten oder die Durchführung des Törns trotz einer Abmahnung nachhaltig stören oder dessen Weiterführung unmöglich machen oder sich sonst in starken Masse Vertragswidrig verhalten. Wird aus diesen Gründen die Vereinbarung seitens des SSC gekündigt haben der/die Mitsegler keinen Anspruch auf Rückzahlung von Unkostenbeiträgen oder Anteilen an der Bordkasse.
  • Der Mitsegler muss sich an die in dem jeweiligen Land geltenden gesetzlichen Vorschriften halten. Dies betrifft insbesondere die geltenden Zollbestimmungen. Hier vor allem Spirituosen, Tabakwaren, Medikamenten und Drogen jeglicher Art. Des weiteren ist der Mitsegler für die Einhaltung der in dem jeweiligen Land gültigen Pass, Zoll, Devisenbestimmungen und Gesundheitsbestimmungen selbst
    verantwortlich.
  • Der SSC empfiehlt dem Mitsegler für den Reiseabschnitt eine Haftpflicht-, Kranken-, Unfall- und eine Reiserücktrittsversicherung (unter Einschluss des Unkostenbeitrages und der Bordkasse) abzuschliessen. Wir empfehlen A5ST oder A6ST bei der Charterpass CCS.

10 Finanzielle Verpflichtungen

  1. Die Törnteilnehmer leisten dem SSC direkt und ohne Vorbehalt einen Törnbeitrag gemäss Ausschreibung.
  2. Jedes Crewmitglied leistet eine Pauschale in die Bordkasse. Die Höhe der Bordkasse ist der Buchungsbestätigung zu entnehmen. Kosten die nicht durch die Bordkasse gedeckt sind werden zu gleichen Teilen von den Crewmitgliedern, mit Ausnahme des Skippers, getragen.
  3. Alle weiteren Kosten (Reisekosten zum/vom Star – / Zielhafen, Hotelunterkünfte usw. ) gehen zu Lasten der einzelnen Teilnehmer.

11 Versicherungen und Haftung

  1. Die Schiffe des SSC verfügen über die gesetzlich vorgeschriebenen Versicherungen, namentlich eine Haftpflichtversicherung für Schäden Dritter, eine Kaskoversicherung sowie eine Rechtsschutz- und eine Insassen-Unfallversicherung.
  2. Ein Crewmitglied welches einen Schaden durch grobe Fahrlässigkeit verursacht, kann gegenüber dem SSC in Höhe der Selbstbeteiligung der zu Anwendung kommenden Versicherung haftbar gemacht werden.
  3. Den Teilnehmern werden die allfällige Ausdehnung ihrer Kranken- und Unfallversicherung auf Leistungen im Ausland sowie der Abschluss einer Annullierungskostenversicherung dringend empfohlen.

12 Rücktritt

  1. Der SSC kann von diesem Vertrag jederzeit mit sofortiger Wirkung und entschädigungslos zurücktreten, wenn ihm Tatsachen bekannt werden, welche vermuten lassen, dass der Törn nicht mit der erforderlichen Sicherheit durchgeführt werden kann.
  2. Kann der Törn aus Gründen, welche der SSC zu vertreten hat, nicht durchgeführt werden, können die Teilnehmer entschädigungslos vom Vertrag zurücktreten; der SSC erstattet ihre bereits bezahlten Törnbeiträge.
  3. Tritt ein Törnteilnehmer vom Vertrag zurück, so bleibt der volle Törnbeitrag geschuldet. Der Rück tritt ist in schriftlicher Form dem SSC mitzuteilen. Falls der zurücktretende Teilnehmer ein geeignetes Ersatzmitglied meldet, wird ihm ein Unkostenbeitrag von CHF 50.00 verrechnet. Sofern der Törnbeitrag bereits bezahlt wurde, wird ihm dieser unter Verrechnung von CHF 50.00 zurückerstattet.

13 Törnverhinderung

  • Steht einer Crew aus Gründen, die der SSC zu vertreten hat, das Schiff während einer oder mehr Nächten des Törns zur Übernachtung nicht zur Verfügung, so hat die Crew Anspruch auf eine Entschädigung der Kosten für externe Übernachtung.
  • Der Crew werden die effektiven Kosten bis maximal CHF 100.00 pro Nacht vergütet.

14 Sonstiges

  • Dem Teilnehmer ist bekannt und er ist damit einverstanden das während des Törns Bild und Filmaufnahmen von anderen Teilnehmern und dem SSC gemacht werden können. Des weiteren können über den Törn Törnberichte und ähnliche schriftliche Aufzeichnungen von anderen Teilnehmern und dem SSC erstellt werden. Diese Bilder und Aufzeichnungen werden unter Umständen veröffentlicht. So z.B. auf der Homepage des SSC, der Homepage der „Timanfaya“, bei Facebook und anderen sozialen Medien oder auch in Printmedien.
  • Ist ein Teilnehmer mit der Veröffentlichung von Bildern auf denen er zu erkennen ist und in Aufzeichnungen in denen er namentlich erwähnt wird nicht einverstanden, so muss er dem ausdrücklich schriftlich widersprechen. In diesem Fall muss die Person die für eine eventuelle Veröffentlichung verantwortlich ist dafür sorgen das Persönlichkeitsrechte und das Recht am eigenen Bild nach den gesetzlichen Bestimmungen der Schweiz eingehalten wird.
  • Bei Verstössen gegen die Persönlichkeitsrechte und Rechte am eigenen Bild die nicht vom SSC zu verantworten sind, kann dieser auch nicht für eventuelle Schadensersatzansprüche haftbar gemacht werden.

15 Zwischenfälle

Im Falle eines Konfliktes bemühen sich die Parteien um eine dem Clubgedanken entsprechende gütliche Einigung.

16 Inkrafttreten , Gerichtsstand

Diese AGB werden mit der Bestätigung der Törnanmeldung durch den SSC verbindlich.

Gerichtsstand ist der Sitz des Swiss Sailing Club.

Anwendbar ist ausschliesslich das schweizerische Recht.

Baden, den 1. Januar 2018